mit Leonie und Sinah
00:00:00: Central ist, dass man das Ernst nimmt.
00:00:01: Dass man da ist und den Raum schafft und dieses Gefühl vermittelt.
00:00:06: Du musst es nicht alleine machen!
00:00:08: Ich bin jetzt da und ich höre dir zu und wir können darüber
00:00:11: sprechen.".
00:00:15: Couchgeflüster
00:00:16: – dein Podcast
00:00:17: für Liebe, Sex & Dating Und wir sind Sina und Leonie.
00:00:30: Im September rückt das Thema Suizidprävention weltweit stärkenden Fokus.
00:00:35: Rund um den zehnten September, den Welttag der Suizidprävention bis hin zum Zehnten Oktober – dem Welttag psychischen Gesundheit geht es darum, Bewusstsein zu schaffen, psychische Erkrankungen zu enttabuisieren und offener über Suizide zu sprechen.
00:00:50: Und ich finde ehrlich das ist ein Thema, über das wir viel öfter und vor allem viel offener reden müssen!
00:00:56: Heute ist Magister Gerd Mantel bei uns zu Gast.
00:00:59: Er ist Ausbildungsleiter des Fachspezifikums Integrative Therapie im ÖAGG, Lehrtherapeut, Supervisor sowie Gesundheitspsychologe und klinischer Psychologe mit Schwerpunkt Notfallpsychologie.
00:01:12: Außerdem arbeitet er als Psychotherapeut im Bereich humanistische und integrativer Therapie und es spezialisiert auf Traume sowie Säuglingskinder- und Jugendlichenpsychotherapie.
00:01:25: Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf der Krisenintervention und der Begleitung von Menschen nach suizidalen Verlusten.
00:01:32: Genau darüber wollen wir heute sprechen – über Suizid, psychische Krisen, Prävention und darüber wie wir als Gesellschaft lernen können, achtsamer mit diesem Thema umzugehen.
00:01:45: Danke dir vielmals dass du heute bei uns bist!
00:01:48: Ich hoffe es geht dir gut einmal eine ernst gebahnte Frage an meinen Gast hier.
00:01:53: Ja, es geht mir gut.
00:01:54: Danke für die Frage finde ich eine verdammt wichtige Frage und danke dass ich da sein darf.
00:01:59: Du hast ein Buch geschrieben zu dem Ganzen.
00:02:03: Wie bist du auf das Thema eigentlich gekommen?
00:02:05: Genau sich arbeit oder hab gearbeitet relativ lang in der psychosozialen Akutbetreuung In Niederösterreich Und genau Da ist eines einer der Fälle die einfach häufig vorkommen Suizide weil sie gar nicht so selten vorkommend ist wird noch selten drüber berichtet Und da geht es ganz viel um Hinterbliebenenarbeit, wie dann die Hinterbliebene praktisch mit all das was ein Suizid mit sich bringt umgeht.
00:02:32: Und genau darüber ist einfach mein Interesse dafür entstanden und habe mich relativ viel damit auseinander gesetzt.
00:02:38: Und zu dem Buch selbst... Da war dann irgendwann so die Situation, weil ich einfach in der Praxis voll war.
00:02:49: Hinterbliebene weiterleiten musste und sagte melden sich es doch bitte einfach bei diesem und jenem Kollegen.
00:02:54: Und die Hinterblieben haben aber dann angerufen und haben gesagt ja wer wollten dorthin?
00:03:01: Aber eben der Therapeute hat gesagt nein wir arbeiten nicht mit Hinterblüben oder ich arbeite nicht mit hinterbliebenen.
00:03:09: Genau, das hat mich ein bisschen geschockt und ich habe dann den Kollegen angerufen und gesagt warum machst du das nicht?
00:03:13: Und das war dann so nein, ich traue mir das nicht zu.
00:03:16: Ich hab da irgendwie keine Vorfahrung, ich hab da kein Wissen... ...und dann ist eben gemeinsam mit zwei Kolleginnen die Ideen standen ja schreibt man doch einen Buch darüber weil es ist kein Hexenwerk und wenn man weiß wie dann kann man das sehr viel helfen.
00:03:28: Warum glaubst du fällt es generell unsere Gesellschaft so schwer über Suite zu sprechen beziehungsweise Ja, woher sich sogar Therapeuten vielleicht nicht zutrauen mit Hinterbliebenen zu arbeiten, finde ich.
00:03:40: Es zeigt das ja eigentlich nur dass in der Gesellschaft generell vielleicht auch ein bisschen was in der Schieflage ist?
00:03:45: Genau definitiv.
00:03:46: also wir haben so ein bisschen diese oder was heißt ein bisschen sehr stark dieses Digmatisierungs- und Tabuisierungsfassetten.
00:03:52: Also auf der einen Seite ist es unglaublich schwierig über den Suizid zu sprechen weil's ein Stück weit zeigt.
00:03:59: Wir versuchen ja... Also wir werden alle eigentlich ins Leben hineingeworfen und da können wir nicht Nein sagen sondern das isso!
00:04:06: Wir leben dann plötzlich irgendwann Und beim Suizid haben wir aber plötzlich die Entscheidung, wir können unser Leben beenden.
00:04:13: Wenn wir das sozusagen wollen und da haben dann plötzlich andere sozusagen kein Mitspracherecht und können tatsächlich da nicht mitwirken dass es die Kontrolle endet.
00:04:23: Das heißt wenn ein geliebter Menschen mir sagt ich möchte mich suizidieren oder plötzlich dann tatsächlich sich suizitiert habe ich keinen Einfluss.
00:04:31: Das wird auf der einen Seite diese fehlende Kontrolle nochmal vor Augen gehalten.
00:04:36: Menschen werden konfrontiert mit der eigenen Endlichkeit auch mit dieser scheinbar Absurdität, dass eine Person sagt um Gottes Willen ich möchte mir das Leben nehmen.
00:04:46: Das heißt nicht leben will und dem Leben ein Ende setzen will.
00:04:49: Auch das ist nochmal etwas hochkonfrontierendes.
00:04:54: Genau.
00:04:54: und dann haben wir eben diese Stigmatisierung.
00:04:57: ja weil wir ganz viele Mythen haben im Zusammenhang Mit dem Suizid oder Suizidalität Und ganz wenig Wissen eigentlich Und wir dann so versetten haben, wenn man von entwerteter Trauer oder ähnlichem spricht.
00:05:11: Also dass Personen weniger Trauer zugestanden wird und dann oft Isolationstendenzen oder andere Sachen zutagekommen.
00:05:19: Welche Mythen würdest du sagen sind so welche die noch sehr stark in unserer Gesellschaft verankert sind weil du sie gerade
00:05:24: angesprochen hast?
00:05:26: Da gibt es eine Vielzahl.
00:05:28: So wahrscheinlich kann man das ohne also da gibt's kein Ende.
00:05:32: vielleicht ein paar klassische.
00:05:34: Was noch immer häufig gedacht wird ist, dass wenn ... Wenn Menschen oder wenn man Personen auf einen Suizid- oder Suizitgedanken anspricht dann ist die Wahrscheinlichkeit erhöht.
00:05:46: Dass die Person da tatsächlich auch eine Suizide begeht Auch da die Studienlage ist eindeutig Nein dem ist nicht so.
00:05:52: ganz im Gegenteil.
00:05:52: das ist etwas Hochsuizidpräventives Personen drauf anzusprechen Oder Ein klassischer Mütter.
00:06:01: es ist auch zu sagen Wenn Personen viel darüber reden, dann begehen sie sowieso keinen Suizid.
00:06:08: Doch da wissen wir, achtzig Prozent der Suizide sind angekündigt.
00:06:11: Das heißt prinzipiell jede Suizidaankündigung auch ernst nehmen.
00:06:17: Es gibt doch so diesen Gedanken dass Personen die suizidal sind psychisch krank sind oder vorher zwingend eine Depression haben mussten.
00:06:26: Auch das ist ein großer Irrglaube.
00:06:30: Da fällt mir immer so an, diese Aussage bellende Hunde beißt nicht.
00:06:33: Das ist dann nicht im Beallender Fall könnte man das sagen.
00:06:36: Genau!
00:06:36: Wenn wir das jetzt ein bisschen salopp ausdrücken natürlich.
00:06:39: In so einem Thema manchmal ein bisschen schwierig.
00:06:42: Ja aber was würde es so generell sagen?
00:06:45: Was passiert wenn Themen tabuisiert werden?
00:06:47: Weil ich meine... Es geht ja nicht nur um generelle Gesundheit, psychische Gesundheit wird oft noch tabuisieren.
00:06:56: Wie entsteht das für dich so?
00:07:00: Also bei der Tabuisierung, genau Suizid ist so ein klassisches Thema was zu beisiert wird.
00:07:05: Generell psychische Gesundheit oder Kranke oder Störungen sind auch ein Tabu-Thema.
00:07:10: in der Psychothermie haben wir dann auch oft mit zum Beispiel Sexualität oder selbstverletzend Verhalt nach.
00:07:14: das wird oft tabuisiert und ungern drüber gesprochen hat es ein bisschen zwei Versetten.
00:07:19: auf der einen Seite Ist es so der Versuch, sich für unangenehme Gefühlen zu schützen?
00:07:25: Weil wenn ich nicht darüber rede dann wird's potenziell eben auch nicht unangenommen.
00:07:28: Dann ist das vielleicht doch nicht charm behaftet.
00:07:30: Dann muss ich nicht eröten.
00:07:32: Dann weiß ich vielleicht gar nicht wie mein Gegenüber darauf reagiert.
00:07:35: Vielleicht reagierte mein Gegenber entwertend oder hat überhaupt kein Verständnis dafür dass ich jetzt zum Beispiel gerade wieder bezogen auf den Suizid-Suizidgedanken habe.
00:07:44: Und kommt damit zur Aussage vielleicht aber Schau du hast es ja voll schön
00:07:47: Punkt auf
00:07:48: Punkt
00:07:48: Genau, also das wäre eher so ein Klassiker solche, sag ich mal Flosklinge die dann oft geworfen werden.
00:07:53: Die tatsächlich würde nicht sagen weniger helfen sondern gar nicht helfen, sondern ganz im Gegenteil sogar schaden.
00:08:00: Ja aber das ist bei vielen Themen.
00:08:02: Also um auch jetzt ja einmal andere Themen anzusprechen finde es manchmal sehr schwierig dass Leute immer mit so einem Ich glaube halt, aus der Hilflosigkeit oder der O-Macht vielleicht weil man nicht weiß was man sagen soll versucht man dann irgendwelche Lösungen anzubieten oder Ratschläge zu geben.
00:08:17: Aber ich sage immer, Ratschläge sind auch Schläge und oft in der Situation ist man dann so mal wie länglich gehört werden.
00:08:23: Ja oder vielleicht noch ein bisschen krasser?
00:08:25: Ratsschläges sind Totschläger.
00:08:27: Oh ja, gut!
00:08:30: Ja aber es ist tatsächlich so dass gerade Weil's tabuisiert wird und mit dem Tabut immer einfach ganz viel Informationen fehlt kommen oft unter Anführungszeichen eben diese falschen Ratschläge, weil Personen nicht wissen wie man drauf reagiert.
00:08:43: Und mit diesem fehlenden Wissen wird dann also das was wir auch wollen wenn wir damit konfrontiert werden.
00:08:50: jetzt sagt meine Person ich habe zum Beispiel Suizidgedanken und wenn ich nicht weiß wie ich damit umgehen was ich darauf antworten soll werde ich trotzdem irgendwas tun, weil ich halt die Kontrolle behalten will.
00:09:01: Menschen sind Kontrollwesen, das heißt wir wollen keinen Kontrollverlust, wir wollen keine Hilflosigkeit und keine Ohnmacht.
00:09:07: Also aus dem Zweifelsvoll sage ich irgendetwas nur damit ich für mich ein besseres Gefühl habe.
00:09:13: Da geht es prima darum dass sich meine eigene Unsicherheit beruhige und deswegen gebe ich im Zweifelsoll irgendeinen Ratschlag der nicht so ideal ist auch weil ich zum Teil auch gar nicht besser eben weiß, weil Ich eben das Wissen nicht hab.
00:09:24: Ja, es ist sehr schwierig glaube ich in so einem Moment damit umzugehen.
00:09:27: Ich hatte diesen Fall schon mal und habe in dem Moment eigentlich nur sagen können weil ich das einfach zutiefst gefühlt habe Es wäre einfach sehr schade wenn du nicht mehr hier wirst Und im Endeffekt man weiß ja nicht wie es beim anderen ankommt.
00:09:39: aber es ist halt das was ich empfunden habe und ich habe mir dann auch gedacht So ich will doch gar nichts.
00:09:44: also was heißt wollen?
00:09:45: Ich wollte dazu auch gar nicht dass mir ausholt was es des Lebens lebenswert macht weil in dem moment wenn dir jemand sowas anvertraut fand ich es Schwierig da, weil ich bin ja nicht in der Position von der Person.
00:09:57: Und das habe ich nur das genannt was mich persönlich irgendwie es würde mich einfach traurig machen.
00:10:02: Aber ich glaube man ist halt auch in der Situation Man hat ja oft nicht so einen Leitfaden davor gelesen und weiß wie man mit solchen Situationen umgeht.
00:10:09: Deswegen auch Ja darüber werden wir heute auch noch viel reden was man eben machen kann.
00:10:14: aber Gehen wir mal zu der Person vielleicht zurück die in dieser suizidalen Krise ist.
00:10:19: Wie erlebt dann so ein Mensch dies emotional?
00:10:23: Genau da muss man, glaube ich dann auch immer unterscheiden sozusagen, wodurch diese solizidale Krise bedingt wird.
00:10:31: Das was ganz häufig ist, dass Menschen eben eine Art solizitale Einhängung erleben.
00:10:38: Das heißt das was passiert ist.
00:10:41: also wir müssen uns so vorstellen Wir haben im Alltag ganz viele Lebensperspektiven und ganz verschiedene Gedanken.
00:10:48: Vielleicht muss sich das so verstehen wie ein Art Regenbogen.
00:10:50: doch den wir die ganze Zeit schauen Und das, was passiert sobald wir uns Richtung Suizidalität oder auch Suizidgedanken, Suizideleinhängen bewegen ist dass dieser Regenbogen immer grauer, immer dunkler wird und irgendwann gibt es noch mehr grauer oder tatsächlich schwarze Perspektiven die irgendwann soweit eingeengt sind.
00:11:07: Dass wir einen Tunnelblick entwickeln und nur eine sozusagen schwarzer Perspektive im Vordergrund ist und dann gibt es nur mehr die Option des Suizids in diesem Moment Und das ist ein bisschen gemeint mit der Swissdalen Einigung, da haben wir dann ganz viele negative Gedanken.
00:11:24: All das was vielleicht Positives oder wenn es so manchmal so Gedanken oder so Ratschläge kommen wie Na ja geht auch raus!
00:11:31: Es scheint die Sonne... Das wird nicht mehr gesehen.
00:11:33: Das kann dann nicht mehr sehen werden weil einfach anderes dominiert anderes im Vordergrund ist.
00:11:38: Nämlich einfach diese Einigung dieses... Ja diese negativen Perspektiven eigentlich wo's darum geht weniger.
00:11:48: Ich möchte mir jetzt das Leben nehmen, weil oft so vermittelt wird, dass wäre das eine freie Willensentscheidung sondern mehr dieses.
00:11:55: ich möchte da sich Ruhe habe, ich möchte, dass dieser Schmerz aufhört.
00:12:00: Ich wollte
00:12:00: das gerade sagen.
00:12:02: Also ich kann ja sehr persönlich da ... Du weißt es eh, aber auch darüber sprechen weil in meinem Podcast habe ich das auch schon öfter zum Thema gemacht.
00:12:08: Ja.
00:12:09: Ich wurde ja mit einer bordernen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und habe in meinem Leben schon öfte suizidale Gedanken gehabt und hab mich mit dem Thema auseinandergesetzt im Sinne von dass ich halt gelitten habe darunter Und für mich war das immer nicht dieses... Ich will nicht leben an sich sondern ich will, dass das aufhört dieser ständige dieser ständige Schmerz, der omnipräsent ist und irgendwie so ... Ich hab mir diese Ruhe gewünscht.
00:12:36: Und ich habe in einer Folge, wo ich die Podcastfolge auch vorbereitet habe, hab ich mir gedacht, krass!
00:12:42: Ich hatte es so lange nicht mehr diese Gedanken.
00:12:44: Und das hat ... Klar gibt's Sachen, die das natürlich dazu geführt haben, dass diese Gedanken weniger geworden sind über den Lauf der Jahre.
00:12:51: aber ich hab eine ganz lange Zeit, wo es mir eigentlich sozusagen gut ging trotzdem, jedes mal wenn die u-Bahn eingefahren ist darüber nachgedacht.
00:13:00: Ja
00:13:00: und das ist halt manchmal so ein Thema wo ich mir auch immer große Scharme empfunden habe weil ich ja auch in einem Ausbildungsprozess bin als Psychiothera... also ich mache die Ausbildung zur Psychotherapeutin Und das halt auch offen zu legen fand ich oft sehr schwierig weil es ebenso schambehaftet auch ist darüber zu reden dass man diese Phasen im Leben hat und die auch wenn's einem gut geht noch stückchenweise danach begleiten Auch wenn man selber schon sich entschlossen hat, dass man diesen Schritt nicht geht.
00:13:27: Ist trotzdem diese kleine Stimme im Kopf die dir das sagt oder die dir da suggeriert?
00:13:32: Ja vor allem weil wir eben diese... also wir haben diese Perspektive ja und das ist so wie wir uns entscheiden können.
00:13:39: ich gehe heute aus dieser Tür raus und fahre dann mit dem Auto dort und dorthin oder ich geh halt an Eis essen.
00:13:43: habe ich So hart.
00:13:44: es klingt doch die Entscheidung Ich kann mir mein Leben nehmen wenn ich das will Und diese Perspective isst eben dann im Vordergrund.
00:13:53: nur sie darf in den Hintergrund treten und darf auch dann sehr oft auf einer unbewussten Ebene bleiben.
00:14:01: Und das glaube ich ist ein Problem, was du ansprichst, es ist halt oft... Also wenn man – und das mache ich gerne zum Beispiel bevortragen oder bei irgendwelchen Seminaren, dass sich Personen kurz dann zum Beispiel aufzeigen lassen mit geschlossenen Augen
00:14:14: usw.,
00:14:14: dass es halt auch damit so ein bisschen freier möglich ist Und ich frage sie dann gab's schon mal den Gedanken, dass es besser wäre.
00:14:23: Ich wär nicht mehr da.
00:14:24: Also so eine Art passiver Todeswunsch.
00:14:25: Gab's schonmal Gedanken sich das Leben zu nehmen.
00:14:28: Gabs schonmal vielleicht sogar Suizidversuche um einfach dann zu zeigen und ich versuch dann immer so zusammen und so ein bisschen im Sinne einer Stricheliste mitzuschreiben wer denn nach aller schon davon betroffen ist.
00:14:40: Das ist ganz häufig so das Suizitgedanken Einfach Thema sind.
00:14:44: Die Studienlage sagt so, je nachdem welche Studie man sich anschaut zehn bis dreißig Prozent.
00:14:49: Das was ich oft in zum Beispiel Seminar noch unter Fachpersonen mit erlebe ist durchaus das es zwanzig bis dreissig Prozent sind die Suizidgedanken haben und ich sage immer bitte nicht pathologisieren.
00:14:59: also das ist jetzt nichts hochkrankhaftes.
00:15:02: wichtig ist dass man drüber spricht aber ein Stück wird.
00:15:06: wenn ich jetzt diese diese Zahl hernehmen, dann würde ich es fast normalisieren.
00:15:10: Weil das ist einfach mal Lebensperspektive und ganz viele Menschen haben irgendwann im Laufe ihres Lebens Suizidgedanken.
00:15:17: nur wenn wir's in der Gesellschaft tabuisieren nehmen wir auch die Möglichkeit dass offen drüber gesprochen wird, nehmen wir den Raum und dann irgendwann geht's rein Richtung Pathologie weißt neben Richtung Einigung geht und Personen sich dann irgendwann tatsächlich unter Umständen des Leben nehmen.
00:15:32: Ja, ich finde das ist ja das.
00:15:34: Ich glaube die Gedanken alleine sind ja auch nicht verwerflich.
00:15:38: also egal was aber dieses?
00:15:40: wenn man nicht darüber spricht kann sich das eben verfestigen wie du gesagt hast.
00:15:43: und ich find halt bei dem Thema wenn wir über Dadurch, dass wir wenn wir diese Folge aufnehmen bin ich noch schwanger.
00:15:52: Wenn sie rauskommen bin ich hoffentlich nicht mehr.
00:15:57: Aber ja das ist auch so das Thema wenn man sich mit dem Leben auseinandersetzt muss man sich irgendwie auch mit dem Tod auseinander setzen und da ist eben auch manchmal das Thema eben Suizid.
00:16:07: eben der Tod den man für sich selber einfach dann wählt sollte man zumindest auch mal für sich gedanklich trotzdem auch mal besprechen.
00:16:15: innerlich finde ich also für einen selber, eine Reflexion.
00:16:20: Weil mir hat das zum Beispiel auch immer geholfen, dass einfach wirklich auch wie das Leben zu sehen, einfach part of it und da ... ja, dieses Tabuch zutreffen mit Freunden darüber zu reden.
00:16:29: Und dann kommt ganz oft raus, ich hatte diese Gedanken eigentlich auch schon mal in Situationen.
00:16:36: Ich mach mehr keine Sorgen um meine Freundinnen, die mir das anvertraut haben.
00:16:38: Die stehen voll im Leben und haben ja auch kein Problem damit.
00:16:42: Aber das fand ich interessant weil man traut sich nicht drüber zu reden!
00:16:46: Und das ist tatsächlich hin und wieder auch im therapeutischen Kontext, so dass eben diese, die wir genannt haben, diese tabuisierten Themen gibt.
00:16:54: Wo dann oft einfach nicht darüber gesprochen wird und wo manchmal da noch ein bisschen einen Bogen drum gemacht wird und eben nicht darüber gesprochen wird.
00:17:01: Weil ich sage nein bitte, wo wenn nicht da?
00:17:04: Also spätestens da sollte offen darüber gesprochen werden und soll doch der Raum dafür geschaffen werden.
00:17:09: Hast du generell auch vielleicht den Einblick so wie Außenstehende, können das Außen Stehende oft vielleicht auch Angehörige gar nicht nachvollziehen?
00:17:17: Wie tief diese Verzweiflung sein kann bei einem Suizid.
00:17:22: Also ich glaube vollständig eben Nachvollziehen ist ganz ganz schwer.
00:17:28: also ich glaube wahrscheinlich ist es nicht möglich wenn man dieser Eingang in dieser Form noch nicht erlebt hat und selbst wenn man mal Suizide Gedanken hatte oder weiter in Richtung Einigung gegangen ist.
00:17:38: Ich glaube, es ist schwierig weil auch da gibt's eben diese hoch individuellen Aspekte.
00:17:44: ja also Suizidgedanke ist nicht gleich Suizitgedanken aber ich glaube auch eben dieses nachvollziehen müssen.
00:17:51: Ich glaub dass das nicht zwingend notwendig ist.
00:17:57: man muss nicht nachvollzieh'n können um zu wissen oder um hilfrecht zu sein.
00:18:03: Zentral ist, dass man das Ernst nimmt, dass er da ist und den Raum schafft und eben so ein bisschen dieses Gefühl vermittelt und auch lebt.
00:18:12: hey du musst es nicht alleine machen.
00:18:14: ja ich bin jetzt da und ich höre dir zu und wir können jetzt darüber sprechen.
00:18:19: Der Suizid ist etwas sehr endgültiges, aber es gibt ja wahnsinnig kleine bzw.
00:18:24: typische Veränderungen im Verhalten von Personen die mit diesen Gedanken spielen der dann halt auch schon in dieser Eingung stattfindet magst du vielleicht so ein paar klassische Wahnsignale nennen und wo man vielleicht auch diese typischen Veränderungs Ja veränderungen sieht.
00:18:39: weil Du hast auch gesagt wenn jemand darüber redet ist das eben kein Zeichen dass er nicht tut.
00:18:46: Also Suizidankündigungen ist so ziemlich das offensichtlichste Zeichen, sag ich mal.
00:18:52: Und auch da ist es zum... Zeilen in Fachkreisen verbreitet, dass man sagt na ja wenn jemand darüber redet dann meint das eh nicht ernst und dann habe ich diese und jene Klienten oder Patienten die haben schon ganz ganz oft darüber geredet und haben es nicht getan.
00:19:06: Ja bietet trotzdem Ernst nehmen weil jede Suizidankündigung ist ein Grund um drüber zu sprechen und irgendwas will die Person damit sagen auch wenn's nicht zwingend ist.
00:19:14: Ich bringe mich jetzt damit um.
00:19:15: also das auf der einen Seite aber prinzipiell also Suizidenkündigungen sind so das offensichtlichste Zeichen denn das was es oft gibt gar nicht so oft gibt, da.
00:19:24: zugleich sind eben zum Beispiel diese Abschiedsbriefe.
00:19:28: Das wird oft grad medial, sag ich mal überrepräsentiert.
00:19:32: ganz oft gibt es keine Abschiedspriefe.
00:19:34: mittlerweile gibts auch manchmal WhatsApp Nachrichten Sprachnachrichten zum Teil gibts Videos die klassischen Briefe immer weniger und dann gibt's so diese Verseiten-Tipps ein bisschen weniger offensichtlich bzw mehr deutlich.
00:19:48: also wenn Ich beginne mich zu vernachlässigen, zum Beispiel Körperpflege oder wenn Personen plötzlich von einem aufs anderen Testament schreiben.
00:19:57: Oder eben in Auftrag geben... ...oder wenn ich plötzlich beginnen mit Menschen wo ich vorher einen Konflikt hatte verstehe ich mich plötzlich bin ich bemüht um Klärung von Konflikten verschenke ich mir persönlich wichtige Dinge Genau, wenn ich plötzlich mein Interessen völlig verliere.
00:20:17: Wenn ich mich zurückziehe oder so... dass was so manchmal beschrieben wird als die Ruhe vor dem Sturm, wenn es gerade im Therapeutischen immer wieder auf und ab gab.
00:20:26: Und man sagt halt Puh wie helfe ich der Person?
00:20:28: Wie kann ich da... Wie können wir der Ideal-Bewältigungstrategien arbeiten für die Thematik oder Problematik der
00:20:34: Person?".
00:20:35: Und dann plötzlich kommt die Person von einem aufs andere Mal und sagt das ist alles gut!
00:20:38: Das hat sich alles geklärt, mir geht's gut!
00:20:39: Es ist super!
00:20:41: Dann sollten die Alarmglocken leuten und auf jeden Fall mal nachfragen.
00:20:44: Also es kann nicht schaden noch in Zweifelsvolles Beispiel therapeutisch mehrfach nach Suizidgedanken zu fragen, also das sollte nie Tabu-Thema sein.
00:20:51: Ich mache das zum Beispiel regelmäßig und wenn ich z.B.
00:20:55: im Freundesbekannten oder Verwandtenkreis genau solche Facetten merke dann spreche ich es auch an.
00:21:03: Es spricht absolut nichts dagegen.
00:21:04: ganz im Gegenteil man bricht eben dieses tabu und öffnet einen Raum.
00:21:10: wie du wahrscheinlich jetzt eh schon mitbekommen hast sind halt alles unter anfänglichem Symptome oder eher Phänomene.
00:21:17: die sind relativ offen und unspezifisch.
00:21:22: Ich sage manchmal fast schon Flapsige, okay wenn ich heute nach Hause fahre dann werde ich vermutlich nicht mehr in eine Dusche springen, werde ich mich auf die Karte schauen mit niemandem mehr irgendwas sprechen wollen usw.
00:21:32: Und zählt dann verschiedene Phänomene noch auf.
00:21:34: das heißt aber nicht dass ich so digital bin.
00:21:36: ja und das macht es auch so schwierig.
00:21:38: Ja ich glaube da ist immer... gut das ganze Bild zu sehen und halt eben auch vielleicht die Vorgeschichte zu kennen.
00:21:43: Wie war die Person davor, euch immer im therapeutischen Setting ist es einfach so dass wenn du dir vor allem sehr krisenhaftest wie du es beschrieben hast oder so?
00:21:51: Und ich mein... Wenn man seine liebsten Gegenstände verschenkt kann es ja auch zum Beispiel sein, dass man umzieht in ein anderes Land und einfach Sachen nicht mehr mitnehmen kann.
00:21:58: Also ein bisschen so auch den Kontext zu schaffen ok wo steht die Person gerade im Leben?
00:22:05: Ich finde es interessant, dass man das therapeutisch nicht ernst nehmen.
00:22:09: Das ist etwas, was mir oft begegnet ist.
00:22:12: Sowohl als persönliche Betroffene von einer psychischen Erkrankung ... Als auch in der Ausbildung.
00:22:19: Dass oft gesagt wurde, was vor allem die Borderline-Persönlichkeitsstörung betrifft so.
00:22:23: Die drohen das an aber machen eh nix.
00:22:27: Es ist halt schon so, zumindest das, was meine letzte ... was ich mir letztes als Buchhaus gekauft hat, hat als Studien geführt wo es um mindestens zehn Prozent sich eigentlich dann suizidiert haben.
00:22:37: Und ich finde das eigentlich so schwierig dass das halt zu verallgemeinert wird.
00:22:42: nur wenn man darüber vielleicht redet dass ist halt dann nicht passiert.
00:22:46: eben gesagt wie du gesagt hast dem ist ein Mythos dieser bellenden Hundebarsten nicht mythos weil ich finde man auch durchs etal gesagt wenn man darüber spricht und nicht ernst genommen wird, was dafür steht.
00:22:59: Das ist ja ganz, ganz schwierig dann auch nicht weiter diesen Gedanken zu verfolgen weil man wieder auch nicht gestoppt sozusagen.
00:23:07: aber wie kann ich jetzt zum Beispiel als Privatperson wo ich merke hey ich hab einfach also meine Intuition sagt mir da is was ganz im Argen Wie kann ich das jetzt ansprechen, wenn ich mir diese Sorgen mache?
00:23:22: Weil ich glaube halt zumindest für viele ist es sehr schwierig da diese Gradwanderung eben ja zu finden.
00:23:30: Und es ist eben so ein Tabuthema und mit dem man vielleicht nicht so offen gerade mal am Essenstisch quatscht.
00:23:37: Ja also vielleicht Agenzen zu dem was du noch gesagt hast Genau, weil es also zehn Prozent und ich glaube das ist noch eine eine Zahl die sehr freundlich geschätzte sich drückt so aus.
00:23:53: Ja
00:23:54: Ich glaub Es sind unter Anfangszeichen dann doch unter anfänglich so wenige Menschen Weil dann zum Teil darüber gesprochen wird weil dann die Personen irgendwo tatsächlich auch gehört werden den Raum dafür finden.
00:24:09: Mein Gedanke ist immer, was wäre wenn das absolut nicht wäre und dazu gibt es halt keine verlässlichen Zahlen.
00:24:14: Da müssen wir nur hundert bis zweihundert Jahre zurück schauen.
00:24:18: also da sind Suizidraten einfach deutlich höher weil einfach der Raum dafür nicht geschaffen wird d.h.
00:24:25: prinzipiell ja unbedingt ernst nehmen Und das auch bezogen auf die Angehörigen.
00:24:30: Also wichtig ist dass man ansprechen kann offen einfühlsam um ein Stück weit der Entlastung zu ermöglichen.
00:24:39: Das heißt im Zweifelsfall, ja tatsächlich offen ansprechen.
00:24:45: und so habe ich das Gefühl
00:24:48: gemacht.
00:24:49: Ich glaube, das ist ja Therapeutisch geprägt.
00:24:52: Das klassische Satz hier mit dem Beginn soll ein ich-Bot schaffen!
00:24:56: Aber das darf man noch als alles unter Anfangszeichen der normale Angehörige machen.
00:25:00: Ich habe das Gefühl, dir geht es gerade nicht gut.
00:25:03: Magst du mal drüber sprechen?
00:25:04: Und wenn ich tatsächlich das Gefühl hab', dass da Suizidgedanken plagen weil ich das aus der Vergangenheit weiß oder weil ich ein ganz mulmiges Gefühl habe diese, man spricht dann von Atmosphären, diese Atmospher an bitte ernst nehmen die kommen ja nicht grundlos.
00:25:17: Und da bitte ich einfach, auch wenn wir in einer kapitalistischen leistungsorientierten Gesellschaft leben die wenig Fokus auf Emotionen legt.
00:25:26: Bitte da gut aufs eigene Gespür und der eigene Institution hören das ist nicht falsch!
00:25:30: Das heißt wenn ich das kühle ab meinem Gegenüber geht es nicht gut ja dann spreche ich's an.
00:25:34: Der schlimmste was man passieren kann ist dass mein Gegenüber sagt Na, du passt dir alles.
00:25:38: Was ist denn jetzt los?
00:25:39: Warum fragst du mich das so?
00:25:40: Ja gut dann habe ich halt einmal unter Anführungszeichen zu viel gefragt aber lieber einmal zu viele Fragen als dass ihm im Nachhinein Dank auch hätte ich doch.
00:25:50: Ich greife jetzt eine Frage vor und zwar wie reagiere ich aber dann richtig wenn die Person sagt ja ich hab Suizid Gedanken.
00:25:59: Also das Wichtigste ist, bitte nicht nervös herumrennen und sagen Gott es bin was mache ich jetzt.
00:26:04: Sondern primär mal so schwer dass sie's ruhe bewahren.
00:26:06: Also man kann schon sagen Puh!
00:26:09: Ich merke das überfordert mich jetzt.
00:26:11: also bitte natürlich auch benennen weil auch da wir werden in Ausnahmesituationen letztlich traue ich mir einfach sozusagen wir werden feinfühliger und bekommen Atmosphären direkt damit.
00:26:22: Das heißt auch da bitte im Zweifelsfall benennen Ich merke, ich überfordert das jetzt.
00:26:29: Aber trotzdem versuchen Ruhe zu bewahren und dann prinzipiell sage ich mal auch sagen hey ich finde es gut dass du dich damit an mich wendest also dass man das bestärkt.
00:26:38: eben diesen ich sag einfach mal diesen Beziehungsaspekt weil wenn wir intervenieren können auch als Privatpersonen dann über die Beziehung und das ist eine großartige Sache weil das heißt die Person hat sich noch nicht vollständig isoliert ist noch nicht sozusagen in der völligen suizidalen Einigung Genau, dann einfach direkt ansprechen und sagen wenn ein Suizidgedanke angesprochen ist okay du sagst jetzt.
00:27:03: Du möchtest dir das Leben beenden das heißt du denkst jetzt gerade dran du möchtes dass jetzt grad tatsächlich machen.
00:27:09: Und dann bitte auch einfach nachfragen wie konkret diese Gedanken sind.
00:27:14: was meine ich damit?
00:27:15: das heißt nicht Nachbohren das heißt nichts zu sagen Aha, hast du jetzt schon im Detail ausgemalt wie du was rummachst?
00:27:22: Sondern einfach sagen okay bitte erklär mir das ein bisschen genauer.
00:27:25: woran denkst du denn.
00:27:29: Genau und dann, was manchmal so ein bisschen auch gesellschaftlich vermittelt wird ist dieses Bild.
00:27:35: Man steht da und ich nehme jetzt bewusst ein krasses Bild vom Fenster und dann springt man hin und rettet die Person.
00:27:43: Nein also bitte keinen Gedanken das man unbedingt retten muss sondern prinzipiell einfach mal zuhören.
00:27:50: Und das was dann so ein bißchen der nächste Punkt ist dass man schaut Wie kann man gemeinsam die Situation bewältigen?
00:27:57: Nicht lösen, sondern bewältigend.
00:27:58: Das heißt wo können wir nächste Hilferschritte... ...nexte Hilfeschritte etablieren?
00:28:05: Auch da ist es dann irreglaube dass dann sofort die Polizei kommt einen vielleicht in Handschellen abliefert und in eine sowieso oft in den Köpfen seine geschlossene Anstalt liefert Nein!
00:28:18: Es gibt sehr wohl das Unterbringungsgesetz.
00:28:20: aber Prinzipiell, wenn ich Suizidgedanken habe heißt das nicht dass ich schwer gestört bin und gleich auf eine in einer Psychiatrie eingesperrt werde.
00:28:29: So wie man es mit den Bildern ist ganz im Gegenteil.
00:28:31: dann wird er ja vermutlich auch auf einer Akku-Psychiatrie ein Gespräch geführt.
00:28:37: Und damit schaut, was die Person jetzt
00:28:38: braucht?
00:28:39: Wir haben nicht so viele Plätze an der Kultpsychiatrie, dass wir jeden Suizid-Gedanken aufnehmen und das ist ja eine Sache.
00:28:44: Also muss man halt auch leider dazu sagen, dass man da oft keinen Platz bekommt falls es sogar notwendig ist.
00:28:50: also...
00:28:52: Ja, das ist ein institutionelles oder gesellschaftliches Problem.
00:28:56: definitiv Die Bettenanzahl ist gering und jeder Platz ist schnell besetzt.
00:29:05: Aber auch da gibt es die Möglichkeit, also der Klassiker in Österreich ist zum Beispiel die Telefonseelsorge unter one-four-two.
00:29:10: Also weiß nicht warum ein entlastendes Gespräch geht mit Personen, die sich da ein bisschen besser auskennen.
00:29:15: und das was vielleicht auch ganz zentral ist eben wenn die Person das Gespräch sucht dann ist die Einigung noch nicht so weit fortgeschritten dass sie sonst nicht suizidieren mich jetzt sondern ist eine Ambivalenz dar.
00:29:27: Das heißt es gibt sehr wohl diesen Todeswunsch.
00:29:29: aber wenn ich mich jemanden öffne und das Gesprich such dann heißt es ja, es gibt trotzdem auch einen Lebenswunsch und das kann ich in jeder Phase nutzen.
00:29:38: Ja... Ich finde, ich kann das gerade sehr gut nachvollziehen.
00:29:41: Es ist
00:29:42: auf
00:29:43: persönlicher Ebene weil ich das ja stark spüre wie das mir damals ging.
00:29:46: also es war ja dieser Wunsch eigentlich zu leben aber diese Ruhe zu finden Und eben da war es so wichtig, dass Menschen in meinem Umfeld gab, die mir zugehört haben und das ich mich auch in weiterer Folge professionelle Hilfe gesucht habe.
00:29:58: Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen man wird nicht irgendwo eingesperrt sondern man lebt eigentlich relativ sein Alltag weiter was auch schwierig sein kann natürlich.
00:30:06: aber man kann sich durch die Unterstützung und Hilfe hat man irgendwie so Krücken wie man's durchschafft sage ich jetzt mal durch diese Zeit.
00:30:14: Und vielleicht nur Gents University dieses Ruhe haben wollen, genau weil es eben nicht... also oft nicht prima dieser klassische Todeswunsch ist.
00:30:22: Ja ich möchte mit das Leben nehmen sondern eben tatsächlich dieses... Ich schon immer vorher gesagt habe Ruhhaben Schmerz beenden.
00:30:30: Also und wenn ich da Möglichkeiten finde wie ich das in dem Moment tatsächlich besser aushalte oder unter Anfängszeichen über diese sitzt sehr einfach ich sage darüber diese Situation drüber kommen dann ist schon viel gewonnen.
00:30:43: ja ich find's halt sehr schwierig weil im einem Umfeld auch Damals und auch in späterer Folge gab es einiges Suizider.
00:30:51: Und das war halt oft von den einzelnen Personen im Kontext mit Drogen, da wurde dann oft gesagt naja man weiß ich nicht sicher ob's eine Überdosis war aber ich finde dieses Spiel mit dem Leben was diese Drogen in Konsum betraf war eigentlich schon ein Zeichen dafür dass die Menschen da sondern Kippe waren Und ich fand das damals sehr schwierig, dass es halt so ein bisschen auch nur weil... Nur weil es unter Anführungszeichen zu verstehen.
00:31:19: Ein Drogenkonsumer?
00:31:20: hat man das nicht so ernst genommen, glaube ich.
00:31:22: deswegen und das fand ich sehr, sehr schade.
00:31:24: Ich finde diesen Begriff also schön aber sehr passend wenn man sagt intensiver Drogen-Konsum ist ein Suizid auf Raten.
00:31:32: Also dem kann ich sehr viel abgewinnen.
00:31:34: und ja was wir häufig haben immer das was du ansprichst ist dann so'n bisschen eine Facette.
00:31:39: Man spricht dann manchmal von Pseudo-Unfällen.
00:31:44: Die Person hat eine Überdosis erwischt und so sagt es, das ist ein bisschen ein Spielloch mit der Menge.
00:31:50: Weil die Erfahrung auf welchen Zeit lang auch mit suchtkrankten Menschen gearbeitet habe, die wissen sehr genau wann wie viel sie konsumieren und wenn sie nicht zeitlang abstinent waren, dann wissen sie auch dass sie weniger konsumiert müssen und nicht die Dosis XY jetzt nehmen.
00:32:07: Das heißt oft ist es tatsächlich mal, also so ein Unfall.
00:32:11: Es ist dann eine Person, die eben unter Anführungszeichen als Drogentoder geführt wird oder wir haben's ganz häufig bei Verkehrsunfällen.
00:32:20: Das ist dann offiziellen Verkehrsunfall.
00:32:23: Wie viel tatsächlich in solch zittaler Absicht geschieht?
00:32:26: Das wissen wir halt nicht und im Zweifelsfall auch im Sinne der Angehörigen.
00:32:34: Zum Teil muss man dazu sagen, aber zum Teil noch immer so gehandhabt.
00:32:36: Dass es dann halt ein Verkehrsunfall war und kein... Also nicht in solch zentraler Absicht sondern die Straßenbedienungen oder was auch immer haben sie nicht anders zugelassen.
00:32:47: Ist vielleicht doch manchmal als Angehöriger einer Verarbeitung leistet sich für eine Generation, die sich mit dem Thema vielleicht auch noch nicht so genau oder so viel auseinandersetzen wollte?
00:32:57: Ich glaube wenn wir jetzt zum Beispiel auf unsere Generation blicken wir sind ja schon sehr viel offener was Psychotherapie, was die ganzen psychologischen Unterstützungen betrifft als jetzt viele Generationen über uns, die dann noch gar keinen Zugang dazu hatten.
00:33:11: Also ich glaube... Ich weiß von meinem Umfeld in Oberösterreich dass zum Beispiel einer Mutter gar nicht gesagt worden ist das hier so und sich umgebracht hat sondern wurde halt gesagt weil die war halt auch schon betlägerig.
00:33:21: und da hat man dann gesagt zu hell sagen wir es war ein Unfall.
00:33:25: und das fand ich interessant auch weil ich mir gedacht habe ich versteh's voll für die Verarbeitung von dieser alten Dame auch.
00:33:32: Vor allem weil sie vielleicht doch gar nicht den Zugang hatte, dass es ihren Sohn so schlecht ging.
00:33:35: Aber es ist interessant gewesen wie dieses Thema dann unter den Teppich gekehrt worden ist von einer ganzen Nachbarschaft.
00:33:41: Genau und damit verbunden haben wir eben diese Tribalisierung.
00:33:44: Natürlich ist ein Abwägen, so wie du sagst bei einer Person jetzt bettlegig ist schwierig aber es befeiert halt letztlich auch diese Tribalsierung.
00:33:54: Es ist eine schwierige Situation wo man auch als Außenstehender halt die Balance irgendwie finden musste.
00:34:03: Und in dem Fall fand ich es gut, dass sie so entschieden haben, weil die Dame war schon wirklich sehr alt und ja ... Ich glaube da hätte jede weitere Krise wär scherig gewesen.
00:34:12: Und vielleicht hat sich das innerlich ihr gebust?
00:34:14: Also, ich glaube einer Mutter kann man auch oft... Ja, die wissen oft schon genau was Sache ist.
00:34:20: Weil sie hat damit auch sehr interessant reagiert.
00:34:22: aber dann möchte ich jetzt nicht näher ausführen.
00:34:26: Generell Wir sind das, und dieser Mensch ist in dieser akuten Krise.
00:34:30: Du hast gesagt zu einem Gespräch kann helfen.
00:34:32: Du auch gesagt was man definitiv vermeiden soll wie ein panisches Hühnchen durch die Gegend gelaufen.
00:34:37: Tut's das bitte nicht!
00:34:38: Sondern in der Ruhe bleiben.
00:34:41: Würdest du auch sagen dass zum Beispiel dieses Bevor-Munden auch ein Fehler wäre oder das zu vermeiden?
00:34:46: Dass man sagt so... Man nimmt jetzt die Zügel in den Hand und ich helfe dir da jetzt und ich mach das aus.
00:34:51: Oder welche Punkte gibt es zu vermeidigen?
00:34:53: weil ich glaube richtig machen kann kann man davon ableiten vielleicht.
00:34:58: Genau, also ja es gibt einige Punkte die man sozusagen vermeiden kann.
00:35:04: Wichtig ist eben wir haben Menschen die sind... Also prinzipiell jeder Mensch hat so diese Streben nach Autonomie.
00:35:12: das heißt wir wollen Dinge allein tun und wir wollen im Zweifelsfall dass uns etwas nicht abgenommen wird.
00:35:17: bei der Suizidprävention haben wir die Facette das man eben sagt Im Sinne des Menschen haben wir in dem Fall einen Fürsorgeaspekt, den den Vordergrund tritt.
00:35:28: Das heißt im Zweifelsfall nehme ich der Person etwas ab weil ich der Personen- und Anführungszeichen unterstelle dass sie diesbezüglich nicht mehr hundertprozentig frei und autonom entscheiden kann.
00:35:37: Weil wir sagen sozusagen der freie Wille das was ja oft damit verbunden wird wenn man sagt Menschen furchtbares Wort eigentlich wenn man sieht Freitod zum Beispiel also das komplizierte Menschen sich freiwillig soll zitieren, das ist eben oft nicht so.
00:35:53: Und deswegen sagt man wir haben diesen Aspekt dass wir den auch autonom handeln.
00:35:58: aber Personen in der suizidalen Einhängung in einem in einem suizidalen Geschehen können eben nicht mehr hundertprozentig autonomen eben nicht komplett frei willig handeln und deswegen kommt da diese Prävention in den also rück in den vordergrund.
00:36:15: Das heißt ich muss schon Also die Person nicht direkt an einer Hand nehmen und sozusagen überall durchführen, aber ich muss eine Situation vermehrt strukturieren.
00:36:24: Ja das heißt all das was die Person selbst machen kann nehme ich nicht ab Aber im Idealfall begleite ich und wir prüfen genau Was können die Personen selber machen?
00:36:34: Und was geht nicht?
00:36:35: Okay also den Anruf bei einer Psychotherapeutin kann man ja sagen hey brauche du Hilfe dabei unterstützen.
00:36:43: Das kann man generell immer als wenn man merkt jemand hat eine Krise Und man merkt die Person schafft diesen Anruf vielleicht gar nicht, dass man da fragt ob man unterstützen kann.
00:36:54: Ich kenne ja auch den Fall das viele dieser Angehörigen, die mit so einer Situation zu kämpfen haben sich in dieser Situation aus selbst komplett verlieren.
00:37:03: Was wäre da so dein Ratschlag?
00:37:06: Und ich will es nicht, dass das Totschlag ist.
00:37:08: Aber was wäre so dein ... Ja?
00:37:11: Geht's ein schöneres Wort für Ratschlag!
00:37:13: Eine Empfehlung vielleicht?
00:37:15: Eine
00:37:15: Empfehlung, das ging besser.
00:37:17: Eine Empfählung wie man in so einer Situation sich nicht selbst verliert aber auch eben nicht in diese.
00:37:21: Ich versuche jetzt hier alles zu richten weil ich glaub' Du hast das schon gesagt, wir Menschen wollen Kontrolle.
00:37:27: Wir wollen diese Ohnmacht nicht spüren.
00:37:29: Aber als Angehöriger, wenn man zum Beispiel als Mutter oder Vater da geht... Ich glaube, da kommt etwa bei allen bei Teenage an die ja eh so impulsiv auch Handeln ein extremes Ohnwachtsgefühl
00:37:39: hoch?
00:37:42: Genau also wie soll ich sagen, dass ist vielleicht wichtig, nicht alles allein tragen und man muss gerade als Angehöriger nicht behandeln sondern da geht es eben primär um begleiten und ein Stück weit dieses gemeinsame Aushalten, dieses Zuhören.
00:38:01: Genau das ist vielleicht ganz zentral.
00:38:03: Da noch ein Beispiel aus meiner akut Betreuungszeit damals.
00:38:07: da ging es um... Jetzt muss ich kurz überlegen, damit ich es ein bisschen adaptiere, ich nenne es ganz allgemein.
00:38:13: Da ging's damals um einen Mord mit anschließendem Suizid.
00:38:18: also das ist das was, wo das Unwort erweitert der Suizide oft genannt wird Genau, aber es ist letztlich ein Mord.
00:38:25: und dann anschließend, dass sich die Person selbst zuizitiert hat.
00:38:27: Und da ging's von meiner professionellen Seite um eine angehörigen Begleitung also das die Hinterbliebenen eben in dieser guten Phase begleitet worden sind.
00:38:37: Wenn man dann mehrere Stunden gemeinsam miteinander verbringt... Das sind dann verschiedene Facetten warum das so ist weil dann primär auch etwas der Ort wo sich die Personen Suizidiert hat, beziehungsweise wo sie den Wort begangen hat.
00:38:53: Ja letztlich als Tatort gehandhabt wird.
00:38:56: das heißt man muss ganz viel warten und es braucht ganz viel Zeit bis sozusagen der Leichner noch freigegeben wird.
00:39:02: Also genau das ist ein hochkomplexes Geschehen was da so zu sagen abgeht und dann muss man einfach zum Teil viel warten.
00:39:11: Und bei der betroffenen Person habe ich dann im Nachhinein noch auch über die akut Betreuung hinaus verschiedene Interventionen gesetzt und haben mir schon damals gedacht, ja das ist eine super Sache.
00:39:21: Was ich da mache?
00:39:22: Das ist großartig, was ich da leiste!
00:39:24: Und diese Intervention ist hochkreativ und sonstiges also fast schon in einer therapeutischen Überheuerung gelandet.
00:39:32: Und ihr habt dann damals gefragt und was hat ihnen am meisten geholfen?
00:39:35: und die Besonderheit?
00:39:36: nicht die großartige Intervention XY genannt sondern dass sie damals einfach nur da waren.
00:39:41: Also die habe ich damals sogar gefragt, weil ich dann gemerkt hab... Ich weiß gar nicht mehr was ich mache.
00:39:46: Soll ich sagen, Stanz?
00:39:48: All das, was ich Ihnen jetzt zagen, was sich in den Raten mit ihnen tun könnte, das stößt jetzt an die Grenzen.
00:39:53: Das was ich ihnen anbieten kann ist dass ich einfach da bleibe Dass ich bei ihnen sitzen bleib Und ich kann ihnen gerne zu wahlschen.
00:40:00: soll ich da bleiben oder soll ich gehen Was ich ihnen denn lieber und dir nur gesagt bitte bleibt es da Und das hat der tatsächlich am meisten geholfen.
00:40:08: Und ähnlich ist es als Angehöriger, wenn möglich und wenn es mich nicht selbst überfordert.
00:40:12: Das ist immer wichtig!
00:40:14: Bitte nicht alleine lassen sondern dabei sein... ...und dann was ich machen kann ist dass sich letztlich immer ein Stück weit das ist das was du schon erwähnt hast eben Unterstützung suche.
00:40:24: Das heißt daß ich zum Beispiel den Therapeuten anrufe.
00:40:26: Daß ich zb sag hey weißt du was rufen wir gemeinsam?
00:40:29: Jede Person ist psychotherapeutisch verankert sozusagen.
00:40:32: Rufen wir die Telefonseelsorge an.
00:40:36: Also solche Sachen einfach nicht alleine lassen.
00:40:40: Genau und wichtig ist, dass man für sich selbst Unterstützung sucht.
00:40:44: Das heißt wenn ich als Angehöriger sage, das war eigentlich viel, damit bin ich völlig überfordert... Dass man sich Unterstützung suchte und das darf auch den Fachpersonen sozusagen raten Wir sind ja laut Gesetzverpflichtet regelmäßig sich supervisorisch begleiten zu lassen.
00:41:01: Viele Kolleginnen machen das sehr schleißig, also sind ein bisschen nachlässig.
00:41:08: Gerade wenn es um sowas geht bitte unbedingt engmaschig begreiten lassen, wenn's um Suizidalität geht, kollegial austauschen und ein Stück wird auch sowohl als Angehöriger als auch als Fachperson die eigenen Grenzen erkennen und benennen können.
00:41:25: Das Buch heißt der Interventionen nach einem Suizid.
00:41:28: Du hast es gemeinsam mit Claudia Höfner und Evelyn.
00:41:31: Bremberger geschrieben.
00:41:33: Und du hast jetzt auch gerade eine Situation genannt, was so nach passiert wenn ein Angehöriger dahinterlassen wird und eben sagt ja bitte bleiben sie.
00:41:42: aber was passiert eigentlich generell mit Angehöhrigen nach einem Suizid?
00:41:45: Weil ich glaube jeder reagiert auf den Tod anders.
00:41:49: Manche machen so richtig weit das ob nichts passiert ist und man denkt sich trauert die Person gar nicht es aber auch einen Trauer eine Form von Trauer, dass man einfach das damit kompensiert.
00:42:00: Was sind so die gängigen ... ja?
00:42:03: Was kommt gängig bei dir vorhin in der Praxis oder was du halt erlebt hast?
00:42:07: Genau also es kommt immer darauf an, in welcher Situation die Personen sind.
00:42:11: Also man unterscheidet ganz grober da kann unterscheiden drei Phasen.
00:42:15: Wir haben so ne Akutphase, das sind einige Stunden bis Tage dann kommen wir in die Stabilisierungsphase-Tage bis Wochen und dann haben wir die Weiterbetreuungsphase.
00:42:22: das sind Wochen bis Jahre Und je nach Phase sind spezifische Elemente im Vordergrund.
00:42:28: In der Akutphase, wenn das jetzt gerade frisch passiert dann bin ich in den meisten Fällen einer völligen Ausnahmesituation.
00:42:33: Das heißt dass was passiert ist mein Körper gerät in einem Überlebensmodus wir werden geflutet mit Adrenalin und Cortisol.
00:42:40: Dass was passiert, wenn unser Körper in diesem Überlebungsmodus ist praktisch kann sich das so vorstellen auch im Gehirn die Großhirnrinde unter oder minder durchblutet ist sozusagen wenig sauerster freiches Blut dorthin kommt.
00:42:54: Und wir wissen sozusagen, dass diese komplexen Hinareale also vor allem auch die Großenrinde für ganz komplexe Situationen zuständig ist.
00:43:02: Das heißt Planen, Handlungskontrolle sozusagen versuchen zu vernetzen mit Vorerfahrungen Verknüpfen und das plötzlich setzt dann aus.
00:43:13: Und dann haben wir mit Personen so tun, die das Gefühl haben viele Berichten noch.
00:43:16: ich habe das Gefühl Ich werde verrückt.
00:43:19: Man fragt sie nach einfachen Sachen wie zum Beispiel den Namen einer Telefonnummer, das können Sie dann plötzlich alles nicht mehr benennen.
00:43:25: Weil die generell dafür zuständig sind einfach sozusagen nicht genügend sauerstoffreiches Blut bekommen.
00:43:35: und sie sind ein Gefühl in so einem Art Chaoszustand auch Schockzustand Genau.
00:43:44: und das was damit verbunden ist, ist eben diese Hilflosigkeit oben nach Kontrollverlust.
00:43:50: Und da geht es darum dass man ein Stück weit in Wahrheit hoch strukturierende Maßnahmen anbietet.
00:43:55: Das heißt das kann ein Glaswasser sein, dass man sich nimmt.
00:43:57: Das kann sein setzen uns mal hin, das kann sein wollen wir einmal gemeinsam überlegen... Was sind jetzt die nächsten Schritte?
00:44:04: Ich schlag vor stellen's vielleicht einen oder nehmen vielleicht einen Krug Wasser, nehmen uns beide mal einen Schluck Wasser zu sich, wann haben Sie das letzte Mal was gegessen?
00:44:15: Also wirklich ganz passale Facetten.
00:44:18: Das kann man halt auch als Angehöriger dieser angehörigen Personen machen.
00:44:21: Auf jeden Fall!
00:44:22: Ja also wichtig ist da Strukturstruktur und Begleitung weil wir verlieren eben diese Strukturen, wir wollen Kontrolle haben und es sind ganz kleine Facetten.
00:44:32: oder gibt's Hopfel und Kolleginnen die haben das schon vor Uhrzeiten herausgefunden.
00:44:36: Es gibt so so fünf Grundfaktoren sozusagen, die gerade in der akuten Phase hoch hilfreich sind.
00:44:43: Und eine solche Facette ist eben diese Selbstwirksamkeit.
00:44:46: Das heißt wenn Personen das Gefühl im Rahmen dieser fehlenden Kontrolle haben sie können etwas bewirken und das mag zum Beispiel nur das Glas Wasser sein dann ist das schon großartig, da ist es eine gute Sache weil ich merke Ich möchte einen Schluck Wasser nehmen und das klingt jetzt sehr banal aber ich schaffe das auch und kann mir meinen Durst damit stillen Und davon ist ihm auch ein zentrales Gedäum im die soziale Unterstützung zum Beispiel, also dass Menschen einfach da sind.
00:45:09: Dass ein Stück wird Hoffnung vermittelt wird.
00:45:11: und Hoffnung heißt nicht das wird wieder alles gut weil in diesem Moment isst nicht alles gut und das Leben nach einem Suizid ist anders als das Leben vor einem Suizeit.
00:45:19: aber dass man ein stückwärter eine Zukunftsperspektive hat.
00:45:23: Und auch dieses mal In der guten Phase jemanden Ruhe Möglichkeiten zu verschaffen.
00:45:30: Das heisst dass sie dann auch verständlicherweise bei der verstorbenen Person bleiben wollen.
00:45:37: Und in diesem Moment konfrontieren Sie sich mit all den Bildern, die damit verbunden sind.
00:45:41: und das was wir in unserer Gesellschaft haben ist, dass wir nicht nur den Suizid tabuisiert haben sondern generell den Tod.
00:45:47: Ja.
00:45:47: Dann haben wir doppelt versettet, dass Menschen sich dann mit dem Tod konfrontiert sind wo es vorher noch nie warnt, dann noch mit einem Suizide vielleicht mit Bildern die sie so leicht nicht mehr aus dem Kopf bekommen.
00:45:59: Genau!
00:46:00: Da geht es dann ein Stück weit auch darum, zum Beispiel in einen Nebenraum oder Ähnliches zu gehen.
00:46:03: Das wäre mal nur die Akutphase und je nach weiteren Phase ist, wenn z.B.
00:46:07: Personen zu mir in die Weiterbetreuung kommen, dann schaut man halt was brauchen?
00:46:11: Die Personen noch langfristig.
00:46:13: All diese gleich jetzt als sozusagen Vorwarnung so etablierte Trauermodelle, die noch in vielen Köpfen sind durch diesen mittlerweile unter Anfängszeichen veraltet... Aber man sieht
00:46:24: fünf Phasen!
00:46:25: Ja genau,
00:46:26: z. B. Trauerphasen, die man durchmacht Leider nicht mehr sagt er, sie helfen manchmal aber der Gedanke ist.
00:46:33: Aber ich muss noch Patienten sagen.
00:46:35: Ich muss doch jetzt Wütend sein!
00:46:38: Ja, man springt ja von Phase zu Phase.
00:46:40: Es ist so weird weil... Also ich habe diese Phasen ein bisschen auch in Bezug auf Liebeskummer.
00:46:46: Gibt es ja sehr ähnliche Gefühlslagen und man springe einfach und manchmal... Manchmal hat's mir geholfen einfach aufzuzeichnen in verschiedenen Farben wie man Tag war und dann halt das sozusagen so anzukreuzeln.
00:46:58: Ich weiß nicht, es ist ein schwieriges Bild aber einfach so ein kariertes Bild zu nehmen also Platz zu nehmen und halt die Tage in den Farben weiß man empfindet Und dann sieht man manchmal, wie so Veränderungen stattfinden.
00:47:08: von
00:47:08: z.B.,
00:47:09: in dem Zeitraum war ich mehr traurig da war ich mir wütend und dann geht es wieder eine Trauerphase.
00:47:14: aber die Trauer Phase ist einmal kürzer.
00:47:16: Die Wutphase hat halt geholfen dass das andere wieder ein bisschen weniger wird.
00:47:19: Ich meine nicht möchte Liebeskummern nicht mit einem Suizid vergleichen Aber ich glaube einfach immer wenn wir durch Krisen gehen gehen wir durch diese Phasen, aber die Phasern haben ja nicht ein Ablaufdatum.
00:47:29: Dann dem Tag hört es jetzt auf und dann bist du in der nächsten Phase.
00:47:32: Das ist ja nicht so wie auf einem Marathon vorbereitet oder so.
00:47:35: Genau!
00:47:36: Und das ist also nicht vergleichen?
00:47:38: Ja, aber es hat trotzdem Parallelen, weil beides eine Verlusterfahrung.
00:47:42: So wie du sagst, dass kann hilfreich sein.
00:47:44: Zum Beispiel mit den Farben aufmalen und dann schauen okay da war ein Tag wo, da war ich primär wütend, da ... weiß nicht, primitrarig oder ähnliches.
00:47:55: Das ist an sich eine super Sache... weil das was ich damit verbunden machen kann, ist dass wenn es mir mal dann wieder schlechter geht sehe ich dann im Rückblick ah und da ist es mir plötzlich gut gegangen?
00:48:04: Und was hat denn vielleicht damals sogar geholfen, dass es mir gut gegangen ist?
00:48:07: Ich habe vor ein voll interessantes Beispiel gesehen und ich weiß nicht ob ich das jetzt in dem Fall hier reinbringen kann aber ich hab das auf TikTok gesehen.
00:48:16: Zwar hat eine Frau beim Verlust eines Menschen, das war gar kein Suizid.
00:48:22: Ich glaube bei einem Unfall Tod auf jeden Fall, hat sie angefangen zu häkeln und ich häkel ja auch selber sehr viel.
00:48:28: Deswegen ist mir dieses Video ausgespült worden und sie hat halt jeden Tag eine Kette genäht sozusagen in der Farbe von dem sie sich gefühlt hat zur der farbe die sich hingezogen fühlt hat.
00:48:38: Und sie hat das ein Jahr lang gemacht, also dreihundertfünfundsechzig Maschen.
00:48:43: Also Zeilen sozusagen von denen gemacht und daraus ist dann Teppich entstanden und ich fand es total interessant weil man richtig gesehen hat.
00:48:49: aber am Anfang hat sich eine dunkle schwere Farbe genommen und dann immer wieder kam hellere dazu und aber trotzdem in der Mitte waren trotzdem einzelne schwarze oder dunklere Farben wieder präsenter.
00:49:02: Und manchmal hat sich auch zwei, drei Farben vermischt.
00:49:05: das heißt es war dann ein starker Fleckertapp ich auch irgendwo.
00:49:09: aber ich fand das so eine schöne Art mit dem umzugehen.
00:49:12: weil ich mir noch gedacht habe erstens ist es hält dich jeden Tag an der Stange dass du das machst Es ist jeden Tag eine Auseinandersetzung wie hab' ich mich gefühlt also in einer Reflexion und für mich persönlich auch einfach eine schöne.
00:49:26: eine schöne, wenn man das Hobby halt hat zum Beispiel Hekeln oder Stricken.
00:49:30: Eine schöne Art mit einem Thema auch umzugehen auf so eine kreative Art und Weise weil ich glaube wie du gesagt hast es fehlt dann oft an diese Struktur oder dieser Routine danach etwas was man sich selbst wieder verwirklichen kann.
00:49:41: Ja, war nicht eine sehr schöne Art das umzusetzen?
00:49:44: Das ist der Anspruchsjahr hat mehrere Facetten.
00:49:47: Auf der einen Seite lebt sich die Person selbst wirksam cooles Sache ja weil sie schafft etwas segriert etwas ihr lebt Kontrolle.
00:49:55: Auf der anderen Seite haben wir sozusagen die Möglichkeit, dass wir so ein bisschen hin und her.
00:50:00: Das wäre sein eher aktuelleres Modell.
00:50:02: Strübe und Shoot heißen die Autoren.
00:50:04: Das ist so ein Hin- und Herwechsel zwischen jetzt ganz grob und zusammengefasst Verlust orientiert und Wiederherstellungsorientiert also sozusagen das man nicht nur diese Trauer hat sondern eben auch diese anderen Facetten Plus und das ist ganz, ganz wichtig.
00:50:17: eben auch zu dieser kreative Ausdruck gerade beim Suizid.
00:50:21: Wir haben nicht nur weils tabuisiert es auch für sein hoch komplexes eigentlich ein eigenständiges Trauerphänomen ist Haben wir auf die Sprache nicht dafür.
00:50:30: Und wenn wir dann übers kreativemöglichkeiten des ausdrugs finden großartig und da grad hinterbliebene finde Also kriege ich immer eine Gänsehaut, wenn ich sozusagen daran denke.
00:50:41: Finden die kreativsten Möglichkeiten für den Ausdruck?
00:50:44: Wie sie das darstellen wie Sie sich fühlen und da ist es... Das glaube ich ist auch vielleicht ein zentraler Punkt, den du ansprichst.
00:50:50: wir haben natürlich so Idealforstellungen oder nicht ideal verstanden.
00:50:55: Ich sage mal ideale Interventionen Ja!
00:50:57: Die Person kann für sich selbst Atemübungen machen Kann Entspannungsübung machen kann dieses und jenes machen.
00:51:02: Da gibt's ganz viele Ideen wie man damit umgehen kann.
00:51:04: Da gibt es noch hunderttausend Also nicht hunderttausend, aber ein paar Checklisten, die man durchmachen kann.
00:51:10: Aber das was zentral ist es, was hilft der Person und darum geht's oft herauszufinden?
00:51:14: Was hilft der Personen in dieser Situation?
00:51:16: Das heißt nicht... Ein bisschen eine Vorwarnung bitte!
00:51:19: Nicht reingehen im Schema X. Das hilft bei jeder Person und wir machen jetzt diese Intervention oder die Person führt diese und jene Strategie aus und dann funktioniert schon alles.
00:51:30: Atemübungen können nämlich auch das Gegenteil auslösen.
00:51:32: Richtig,
00:51:33: genau.
00:51:34: Das möchte ich mir dazu sagen weil meine Yoga Ausbildung macht viele Atem-Übungen aber
00:51:39: z.B.,
00:51:39: die Boxatmung kann zum Beispiel Panikattacken auch auslöschen.
00:51:43: Genau, das heißt bitte nicht Schema X fahren sondern wirklich schauen was hilft der Person.
00:51:46: und natürlich da dürfen wir unseren, ich nenne es jetzt einfach mal Werkzeugkoffer sowohl als Therapeutinnen PsychologInnen also Privatpersonen verwenden.
00:51:55: aber wirklich schauen hey was hilft dir?
00:51:57: und gemeinsam so ein bisschen auf die Suche gehen.
00:52:01: Wir haben schon über die Gefühle geredet.
00:52:03: Wut, Schuld und Scham sind das sicher große Themen.
00:52:09: Was sagst du?
00:52:10: Sind so die Gefülle, die oft dann da sind?
00:52:14: Weil er eben auch nicht darüber offen geredeht werden kann... Kann ich mir vorstellen, dass viel Scham auch dann da bei Verbliebenen?
00:52:21: Also sowohl Wut als auch Scham als auch Schuldgefühle.
00:52:26: Es ist eben klassisch oft trauer da, als ein komplexer Prozess.
00:52:31: Man denkt sich auf Trauer als nur weinen.
00:52:33: aber nein das sind Gedankengefühle verhaltensweisen.
00:52:35: also das ist was ein hochkomplexes Phänomen.
00:52:39: Wir haben Angst oft und wir haben so Verzweiflung ich schon genannt Hilflosigkeit ummacht.
00:52:45: Und dass vielleicht weil du sagst Wut Schuld und Scham, bei der Wut haben wir so ein bisschen dieses... nämlich auf deiner Seite Wut gegen sich selbst.
00:52:54: Auch hätte ich doch das Ganze erkennen können.
00:52:57: Wut auch gegenüber der Gesellschaft.
00:52:58: Warum hat ihr oder ihm niemand geholfen?
00:53:03: Und trotzdem auch, dass es oft etwas wieder hoch tabuisiertes Wut ist gegen die Person, die sich sollizitiert hat.
00:53:08: Ja!
00:53:08: Und auch dem Raum geben weil man darf wütend sein.
00:53:11: Also der ist jetzt einfach gegangen.
00:53:13: also so einfach ist natürlich nicht.
00:53:16: Salopp gesagt,
00:53:17: ja.
00:53:17: Der Wut einfach den Ausdruck verleihen und das darf sein und soll sein.
00:53:21: Bei der Scham da haben wir wieder dieses verbunden mit der gesellschaftlichen Stigmatisierung Und damit verbunden oft eben diese Isolationszintenzen.
00:53:29: Das heißt dass Personen Dann sich nicht mehr nach draußen wagen und sich immer mehr Zuhause isolieren und noch weniger auf andere zugehen.
00:53:38: Und bei der Schuld Das ist ganz oft Dass Angehörige sagen ich bin schuld Ja und dann Geht's darum zu differenzieren, ist die Person tatsächlich schuld?
00:53:48: Das gibt es manchmal oder eher selten.
00:53:51: Aber das gibt es!
00:53:52: Oder sind es Schuldgefühle und in fast allen Fällen sind Schuldgefüle... Und auch da bitte dann neigen wir oft dazu, na na gebitte du bist nicht schuld.
00:54:00: Auch das ist so eine Floskel, die ist da eher angebracht als alle anderen Floskeln.
00:54:04: aber auch Schuldgefühl helfen Dinge zu kontrollieren weil wenn ich Schuldgefühle hab dann habe ich trotzdem so dieses Gefühl, ich hätte etwas tun können und dann.
00:54:18: Hätte ich eine Kontrolle gehabt.
00:54:19: also es wird dieses.
00:54:21: dieses gefühl der fehlenden kontrolle wird noch einmal weggenommen.
00:54:23: durch schuldgefühl ist das schuldfühler dürfen eine funktion haben die darf ich auch mal so belassen und erst wenn die personen für sich andere erklärungsmodelle andere bewältigen strategien habt dann sollte man zum beispiel mit schuld gefühlen arbeiten.
00:54:36: was hast du manchmal das gefühl was hinterblieben am wenigsten brauchen können in solchen Momenten.
00:54:43: Ich glaube, wir reden viel darüber was man alles machen kann aber sowas sind so die Punkte wo du sagst okay lasst das einfach mal sein wenn ihr merkt dass jemand mit der da gerade ja das verarbeiten muss.
00:54:56: Du hast auch gesagt eben diese Schuldgefühle sozusagen ja du bist ja nicht schuld einfach nichts sagen.
00:55:01: So
00:55:03: genau also das das glaube ich ist ganz wichtig.
00:55:05: eben diese Floskeln lassen Ratschläge lassen Genau.
00:55:12: Jetzt würde ich eh mit einem Ratschlag kommen, nein also mit Empfehlungen Ja das was sie ein Stück weit bekommen ist dass Sie Verständnis bekommen Dass es nicht bewertet wird Das auch So setze wie naja war er leicht krank oder Manchmal so setzte ja das war e absehbar.
00:55:35: oder einmal hat eine Patientin gesagt sie hat gehört von ihrer Mutter.
00:55:40: Also da ging es um den Vater, der sich so zitiert hat.
00:55:43: und die Mutter hat gesagt, naam Gottes Willen jetzt endlich, endlich ist eine Ruhe.
00:55:48: Und dieser Gedanke darf schon sein ja weil das ist das was einfach in dem Fall die Mutter sozusagen von Grund auf gefühlt hat.
00:55:54: aber in dem Moment war's nicht hilfreich.
00:55:57: Was dem einen hilft, hilft den anderen.
00:55:59: vielleicht auch nicht in dem moment Weil vielleicht ist das für die mutter einfach der Ausdruck von einem Relief dass sie eigentlich das Gefühl hat für sich dass dieses Thema nicht mehr so schwer auf ihrer Schulter lastet, aber für wahrscheinlich die Tochter eine komplette Feelaussage in dem Moment.
00:56:16: Weil das ihm nicht so empfindet und es einfach schade findet, dass der Vater gegangen ist oder halt Schmerz empfindt hat.
00:56:22: Genau!
00:56:23: Es ist eh so schwer da glaube ich oft, aber ich glaube wenn man sich da vielleicht auch mehr auf sein menschliches Gefühl verlässt... Ja.
00:56:29: ...und zu dieses eben du hast vorhin auch das Aushalten manchmal von solchen Gesprächen ist ja auch ganz wichtig.
00:56:35: also das empfinde ich zumindest oft so dass man gar nicht so sehr viel machen muss, also dieses Tun und Handeln.
00:56:41: Wir werden halt sehr geprägt auf Leistung und das ist auch eine Leistung zu bringen.
00:56:45: So jemand kommt zu uns und hat eine Krise.
00:56:48: wir müssen sofort ins Handeln gehen.
00:56:50: aber oft ist dieses Aushalten oder Verharnen in seiner Situation eigentlich für uns oft unerträglich.
00:56:56: Aber das was am meisten hilft einfach da sein als Mensch ja mit all den Gefühlen die über Präsenz sind
00:57:03: Und wirklich auch manchmal so dieses Agent, dieses offen zu fragen.
00:57:07: Was brauchst du?
00:57:08: Ja und ganz oft sagen wir so noch ich weiß es nicht ja aber das ist okay.
00:57:14: Aber einfach nicht Schema X zu fahren sondern versuchen auf die Person einzugeben.
00:57:19: Wie würdest Du sie sagen dass wir gesellschaftlich uns verändern müssen bzw.
00:57:24: Wir könnten hier bessere Suizidpräventionen aussehen?
00:57:27: weil Du hast doch gesagt Drogen sind, Suizid auf Raten.
00:57:31: Das spielt ja viele Faktoren mit rein.
00:57:33: aber wie würdest du es dir wünschen dass sich unsere Gesellschaft dahingehend ein bisschen mehr verändert?
00:57:40: Also wir haben so ein bisschen diesen, ich sag einmal multidimensionalen Ansatz.
00:57:45: Was heißt das ist Wir müssen wirklich Es ging jetzt ein bisschen hart aber verschiedene Stellen angreifen.
00:57:52: also wir haben das Individuum.
00:57:53: das heißt die Frage ist immer Wie kann nicht der Einzelperson besser helfen?
00:57:57: Wir haben ein bisschen dieses soziale System das heißt das soziale Umfeld, was kann das machen um zu unterstützen und zu helfen.
00:58:03: Und wir haben so diese Gesellschaft.
00:58:04: ja also welche Rahmenbedienungen schafft die Gesellschaft?
00:58:07: Und dass was wir eigentlich brauchen ist und auch zum Teil schon haben aber auch wenigen oder weniger im Bewusstsein sind so Hotlines.
00:58:17: Also so niederschwellige Hotlines.
00:58:19: der Klassiker isst
00:58:19: z.B.,
00:58:20: die Telefonzielsorge.
00:58:21: es gibt dann noch spezifische niederschwellig hotlines.
00:58:24: ob das jetzt eine Zum Beispiel eine Männerberatung ist ja, auch die haben dann zum Beispiel auch mit Suizidgedanken zu tun.
00:58:33: Nicht nur den klassischen Facetten, die man vielleicht im Kopf hat oder genau.
00:58:37: also das ist so der eine Punkt.
00:58:39: Dann haben wir ganz wichtig eben Fachkräfte, die gut ausgebildet sein sollten.
00:58:44: und auch da darf ich empfehlen Also es muss nicht sein, kein Aufruf kauft euch alle das Buch?
00:58:49: Nein das nicht aber wirklich weiterbilden in dem Themengebiet.
00:58:55: Also der Tod und in Glamour auch der Suizid ist etwas, was alle Menschen betrifft.
00:58:59: Das finde ich sehr schön!
00:59:00: Das hat die ... Julia heißt sie.
00:59:09: Mit Kollegen festgestellt, hat herausgefunden durch verschiedene Berechnungsmodelle, dass von einem Suizide hundertfünfunddreißig Personen direkt oder indirekt betroffen sind.
00:59:20: Und das ist ein Wahnsinn diese Zahl!
00:59:24: Es betrifft uns, ob wir wollen oder nicht.
00:59:26: Das heißt es braucht auch spezifisches Wissen und die Gesellschaft sollte diesbezüglich entstigmatisierend auftreten.
00:59:34: Das ist Öffentlichkeitsarbeit.
00:59:36: Das geschieht auch primär zum Beispiel im September oder rund um den Herbst wenn es um diese Suizid-Prevention Ansätze geht.
00:59:47: Genau das.
00:59:48: Wir haben auch erste Ansätze in Österreich, zum Beispiel es gibt den Papageno Medienpreis.
00:59:53: Papagenoa ist so ein schützender Effekt des Gegenspieler- zum Werteffekts und Nachahmungsuiziden.
01:00:02: Papagena Medienpreise für öffentliche Berichterstattungen, die sich rund um das Thema Suizid handelt werden jährlich sozusagen belohnt mit einem Preisgeld dotiert für Berichterstattung, die tatsächlich im Sinne des Papagenoeffekts wirkt.
01:00:17: Das heißt auf gut Deutsch präventiv handelt.
01:00:21: Da muss man vielleicht kurz einhaken weil das weiß ja nicht jeder dass Medien angehalten sind eben nicht über Suizid zu schreiben und zwar zum Beispiel weil man oft auch denkt ich denke aber warum kommen zum Beispiel?
01:00:33: Ich gebe jetzt grob das Beispiel aus Wien.
01:00:35: erst springt jemand vor die U-Wahn solche so was wird halt nie öffentlich.
01:00:42: also kommt medial raus, so in dem Form.
01:00:45: Weil man eben vor Nachahmung schützen möchte, weil man einfach den Fall hatte oder halt gesehen hat, dass wenn man darüber öffentlich spricht oder schreibt das es Nachahmmungstäter-Täterinnen gibt sozusagen auch bei sich das betrifft.
01:00:59: Das wissen wenige, dass das in der Medienbranche so gang und gäbe ist.
01:01:03: Und natürlich hat es all darauf leicht... Man muss aber dort differenzieren ob man eben präventiv darüber schreibt.
01:01:11: also wie du es jetzt gerade gesagt hast, versucht das eben nicht auf Nachahmung.
01:01:16: Also sozusagen der Mensch hat sich da vorgeschrieben, sondern halt trotzdem über das Thema öffnet und darüber redet.
01:01:21: das in zwei verschiedenen Dingen?
01:01:23: Genau ja.
01:01:24: also das ist ganz ganz wichtig.
01:01:26: wir haben so diese man sagt safe messaging Richtlinien oder sicherer oder gute Berichterstattung was den Suizid betrifft.
01:01:33: Da gibt's auch Richtlinie die frei zum Download verfügbar sind großartige Leistungen von unter anderem den Kriseninterventionszentrum in Wien.
01:01:42: Das kann man sich unterladen und in Wahrheit, auch das ist jetzt nicht die große Herausforderung.
01:01:48: Es gibt ein paar Facetten, die muss man beachten Und wenn sie beachtet werden dann ist es ganz im Gegenteil sogar so dass Personen Die Unterstützung brauchen, die Hilfe suchen eher zur Hilfe kommen und sozusagen dass in deren Bewusstsein ist Ja?
01:02:01: Es gibt an diesen, das war ich kurz angeschnitten, an diesem Werteeffekt Dass wir eben diese reißerische Berichterstattung... Ich drücke es jetzt bewusst vorsichtig aus Auflagen, starke Blätter und Medien.
01:02:15: Damit sich die besser verkaufen das Bewusst so darstellen.
01:02:19: Das Problem ist da gibt's halt dann durchaus Mahnungenstrafen aber die sind glaube ich überschaubar.
01:02:25: Das heißt eigentlich sind die Medien angehalten Medienberichterstattung so zu gestalten dass sie eben Suizid präventiv wirkt.
01:02:34: Deswegen versuchen wir auch mit dieser Folge das eigentlich zu bewirken In den Schonuts, natürlich findet ihr auch genügend Links zu Hilfestellungen.
01:02:43: Dazu komme ich noch dann ein bisschen später.
01:02:46: Du hast eben die Verantwortung der Medien schon erwähnt.
01:02:49: Ich finde es einfach auch einen sehr spannenden Aspekt Social Media damit reinzunehmen weil wir ja oft zum Beispiel Ich persönlich sehe schon sehr viele TikToks, wo halt vieler Jugendlicher TikToks aus Psychiatrien machen.
01:03:02: Sehr offen über ihre Erkrankungen reden was ich einerseits gut finde.
01:03:05: gleichzeitig wird dient das auch ein bisschen der Glorifizierung.
01:03:08: manchmal habe ich das Gefühl und es ist ein zweischnelliges Schwert würde ich jetzt mal sagen wie siehst du da die Social Media in dem Aspekt mit der Suizidprävention beziehungsweise Was sind deine Erfahrungswerte?
01:03:24: Hast du das Gefühl, dass es da sogar das Unterstützende im Sinne von hilfreich sagen kann oder hast du das gefühlt, dass sich manche Menschen dadurch erst recht wiedererkennen bei jemandem und vielleicht dann ähnliche Wege gehen möchten.
01:03:39: Es kann unterstützend wirken auf jeden Fall also da gibt's jetzt sogar... Das sage ich jetzt sicher falsch aber vielleicht kann man vielleicht auch das verlinken.
01:03:50: Es gibt von, ich glaube es ist Niederkrotentaler.
01:03:53: Ich glaube Arendt ist auch dabei.
01:03:55: Also gibt eine große Community in Österreich die bezogen auf Suizid und auch den Werteffekt forscht Und da gibt jetzt eine kürzliche Studie sich auch eben rund um Social Media dreht.
01:04:06: und ja in Wahrheit Wir können auch da suizidpräventiv arbeiten das geht.
01:04:13: Wenn gewisse Hinweise passieren Ja Die großen sage ich mal Ich sag jetzt einfach ganz allgemein, die großen Medienhäuser tun das auch schon.
01:04:22: Weil sie da sehr bemüht sind dass es auch stattfindet.
01:04:25: Es gibt doch gerade bei den Social Media Accounts... Die Großen bekannten.
01:04:30: auch.
01:04:30: da ist es sehr oft so, dass dann bereits verschiedene Notes reingebracht werden, dass manchmal auch dann Moderatorinnen verschiedene Sätze noch dazu sagen, dass gibt es alles?
01:04:40: Das ist eine gute Sache!
01:04:43: Das, was halt nicht kontrolliert ist und es gehen halt schnell Inhalte viral.
01:04:49: Wir haben das Zeit- und Ortsunabhängig.
01:04:51: Es werden oft auch oder gerade Personen wenn's dann um zum Beispiel Tiktok oder Ähnliches geht Schauen dann halt auch vulnerable Personen weil wenig interessiert denn wir haben dann andere Effekte mit Algorithmen.
01:05:02: aber darauf gehe ich jetzt nicht speziell ein.
01:05:06: Aber das heißt da werden Personen angehalten, die eben über so was berichten auch bewusst.
01:05:11: Und das ist eigentlich das Mindeste, was man tun kann und sollte man noch tun, so Hilfsinweise anbieten.
01:05:16: Dass man sagt... ...und wenn ich jetzt Schwierigkeiten habe, wenn das in mir etwas auslöst, also nicht nur so ein... Auch da weiß man, dass es mäßig hilfreich, so diese... Also ich sage einfach mal Disclaimer oder Infoboxen, die irgendwo vorangeschalten werden frei darüber berichtet, das ist wichtig und es gut.
01:05:36: Und das braucht es auch.
01:05:37: Aber es muss auf jeden Fall immer wieder zur Hilfsinnrichtung weiter verwiesen werden.
01:05:41: Das heißt wenn dann zum Beispiel Tiktoker oder andere Plattformenpersonen da halt sozusagen ... Influenzen, wenn sie dann bewusst sagen wo können sich die Personen Hilfe suchen und doch da schauen?
01:05:55: Und das is nicht viel!
01:05:56: Es gibt auch die Kurzfassung von diesen leitlichen Insomedienberichterstattungen.
01:06:00: Schauen wie kann ich das machen?
01:06:01: also dass ich dann nichts sage.
01:06:02: Personics Y ist gestern darunter gesprungen.
01:06:05: Wow, war da viel polizei oder was auch immer sondern auch da.
01:06:09: man kann drüber sprechen.
01:06:10: aber die frage sind wir wie?
01:06:11: Ja ich finde es manchmal ein bisschen schwierig weil oft halt auch von sehr jungen Menschen diese Diese videos erstellt werden die glaube ich halt aus ihrer persönlichen erfahrung das gerne talen möchten.
01:06:22: dann Ich find's als sehr schwierig.
01:06:24: also ich habe ich hab mir wird mein algorithmus ist halt anscheinend sehr akut psychiatrisch aufgebaut.
01:06:30: Aber ich muss sagen nicht Ich finde das manchmal sehr, sehe ich das mit kritischen Augen.
01:06:35: Weil natürlich ein Teenager auch nicht sich der Trag weiter dieser Videos bewusst ist und natürlich auch oft keine Disclaimer oder sonstiges nutzt.
01:06:43: also dementsprechend es ist ein bisschen schwierig aber wir verweisen definitiv auf Hilfsangebote.
01:06:50: könnt ihr's auf jeden Fall in den Show Notes finden.
01:06:52: Wir haben euch da eine Liste sowohl zusammengestellt die einfach von einer Gesundheitsgefahrpunkt ART ist wo sehr viele stehen auf einzelne Bundesländer, das ist auf jeden Fall verlinkt und alles weitere findet ihr dort.
01:07:07: Jetzt als kleiner krönender Abschluss – wir könnten ja ewig darüber reden, würde ich auch sehr gerne – was würdest du aber gerne Menschen mitgeben die gerade kämpfen beziehungsweise?
01:07:18: Was würdest Du Angehörigen sagen, die sich gerade hilflos fühlen um diese zwei Personengruppen einfach mal ein bisschen abzudecken?
01:07:24: Ja also für Menschen die grad kämpfen Ehe das, was wir schon ein bisschen erwähnt haben.
01:07:31: Also gerade wenn es in die Suizidalität geht ... Suizidilität ist keine Krankheit, ist keine Schwäche, sondern ist eben unter anderem Ausdruck für Schmerz und es gibt durchaus Behandlungsansätze.
01:07:47: Es gibt durchaus Möglichkeiten, dass Menschen da Linderung erfahren und die Situation gut bewältigen können.
01:07:57: Es ist unter anderem auch so, dass ... also anders.
01:08:03: Also, alle Suizide wissen, wir sind einmalige Ereignisse auf gut Deutsch.
01:08:09: Die meisten Menschen, die eben solche suizidale Krise durchleben müssen überstehen sie und finden noch wieder Abstand eher so wie du das gut beschrieben hast.
01:08:18: Dass es Sozialität ist im Normalfall kein Dauerzustand und Hilfe holen, ist kein Versagen sondern das ist ein mutiger Schritt.
01:08:27: Das heißt es gibt Unterstützung, es gibt Hilfe.
01:08:30: Es gibt auch eine Räume darüber zu sprechen.
01:08:32: Ja das vielleicht für die Betroffenen.
01:08:36: Für die Angehörigen... Wir haben eh schon einiges ein bisschen benannt.
01:08:41: Auch da bitte Unterstützung holen gerade wenn man das Gefühl hat man ist überfordert.
01:08:47: und doch das ist völlig normal wenn man überforderte ist.
01:08:49: also das wäre ich mache mal eher Sorgen wenn die Personen sagen sie sind nicht überforderd mit der Situation.
01:08:56: Die Hilflosigkeit, Ohrmachtsgefühle sind eine normale Reaktion.
01:09:01: Was wichtig ist eben dieses das angehörige Präsenz sind, dass sie anwesend sind, die Struktur geben und helfen Hilfe zu suchen.
01:09:21: Angehörige und Betroffene sind nicht allein.
01:09:23: Das glaube ich ist zentral.
01:09:24: Ja, und ich glaube für Menschen, die als betroffener Person sind auch nicht zu glauben nur weil ich mir jetzt Hilfe hole wird dieser Gedanke vielleicht nicht weiter in deinem Leben sein.
01:09:32: Also ich glaube das möchte ich an der Stelle noch sehr persönlich mitgeben.
01:09:35: Diese Gedanken können noch ganz lange dabei sein aber die dürfen auch da sein bis... Sie vielleicht irgendwann mal verschwinden, aber vielleicht auch einfach wie du es vor ganz am Anfang gesagt hast in den Regenbogenfarben wieder die Perspektive zu finden als in den grau-schwarzen Tönen.
01:09:52: Ich sage danke vielmals für diese wunderbare Folge!
01:09:55: Danke dass Du hier warst und wir sagen Bussi Baba und bis zum nächsten Mal.